General Barbone

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20_02_1810-die-erschiessung-von-andreas-hofer-in-mantua_1

Die  Exekution von „General Barbone“ – wie die italienischen Truppen Andreas Hofer nicht ohne eine gewisse Hochachtung nannten – war für den 20. Februar 1810 auf 10 Uhr 45 Uhr vormittags angesetzt. Ort der Hinrichtung: ein kleiner Innenhof unterhalb eines Festungswalls der oberitalienischen Garnisonsstadt Mantua. Militärische Hinrichtungen liefen zur Zeit der Napoleonischen Kriege einem exakt festgelegten Procedere ab: Die Truppen bildeten ein dreiseitiges Karree – nach einer Seite hin war das Karree offen. In Begleitung eines Priesters wird der Delinquent unter Trommelwirbel vorgeführt. In der Mitte des Karrees wird das Todesurteil verlesen. Unter dem Schlag der Trommeln werden dem Verurteilten die Augen mit einer schwarzen Binde verbunden. Dann musste er niederknien. Zwölf Mann unter dem Kommando eines Offiziers eröffnen aus einem Abstand von zehn Schritten das Feuer. Ein Reservepeloton à vier Mann steht bereit, um den Verwundeten notfalls aus nächster Nähe den Gnadenschuss zu geben. Andreas Hofer, gewester Landeskommandant Tirols, war tot. Doch die Erinnerung an den Sandwirt, einen unerschrockenen und zu allem entschlossenen Patrioten, lebt bis heute fort.

1024px-Kager_Hofers_letzter_GangBei der Hinrichtung Andreas Hofers weicht man von dieser Standard-Prozedur jedoch erheblich ab. Der Innsbrucker Rechtsanwalt Granichstädten-Czerva schildert in seinen Prozesserläuterungen die Szene wie folgt: an der Hinrichtungsstätte wird Hofer von General Peter Franz Bisson, der Mitglied des Kriegsgerichts war sowie seinem Anwalt Joachim Basevi erwartet. Zwölf Grenadiere des 2. Bataillons des 13. französischen Grenadierregiments bilden das Exekutionskommando, sie unterstehen dem Befehl des aus Luxemburg stammenden Feldwebels Michel Eiffes. Hofer lehnt die dargebotene Augenbinde ab und verweigert den Kniefall. Nach einem letzten Gruß an die Heimat, erteilt der Sandwirt selbst den Feuerbefehl. In seinen von einem Neffen aufgezeichneten Kriegserlebnissen, zeichnet Eiffes ein plastisches Bild der Vorgänge am Morgen des 20. Februar. „Erste Salve: Hofer fällt in die Knie von sechs Kugeln getroffen. Zweite Salve: Hofer ist über den Augenbrauen, zwischen den Lippen und dem Kinn getroffen und bricht zusammen.“ Tot ist der stämmige „5 Schuh und 8 Zoll“ große Mann aber noch immer nicht. Eiffes tritt heran, hält ihm seine Pistole an die linke Schläfe und drückt ab.

Combat_du_BergiselNach der vernichtenden Niederlage in der letzten Schlacht am Berg Isel Anfang November 1809 hatte sich Hofer mit einigen wenigen Getreuen über den Brenner nach Süden abgesetzt. Dort versuchten sie den Widerstand neu zu organisieren, im Passeiertal und in der Gegend um Meran kam es daraufhin zu etlichen Scharmützeln. Doch der Krieg der Tiroler war verloren, die Hoffnung dahin. Der Sandwirt entschließt sich zur Flucht. Zusammen mit seiner Familie und Schreiber Kajetan Sweth sucht er Anfang Jänner Zuflucht auf der Pfandler-Alm, oberhalb von Sankt Martin in Passeier. „Doch Verrath folgte ihm auf den Fersen“. Franz Raffl aus Schenna, einstiger Weggefährte Hofers, verrät ihn für 1500 Gulden an die Franzosen. In den frühen Morgenstunden des 28. Jänner sind die Häscher, ein rund 50 Mann starkes Detachement, zur Stelle. „Hofer wurden die Hände im Rücken gefesselt, ein Seil um den Hals gelegt, ein anders um die Hüften. Es hagelte Schläge, die Soldaten rissen dem Sandwirt Haar- und Bartsträhnen aus, um die Trophäen ihren Kameraden zu zeigen.“ Hofers Gemahlin Anna und seinen Sohn Hans nahm man zunächst im Geißelhaft, ließ sie aber gnadenhalber in Bozen frei. Für Hofer und Sweth ging ihre „italienische Reise“ über Neumarkt, Trient, Rovereto und Peschiera nach Mantua. Am 5. Februar hatten sie ihr Ziel erreicht. Hofer und sein Schreiber wurden in ein Kellerverlies der Citadella di Porto gesperrt. Napoleon hatte zunächst vorgehabt Hofer nach Vincennes in Frankreich zu überstellen. Mit einem Schreiben vom 11. Februar wies er dann aber seinen Stiefsohn Eugène de Beauharnais, Vizekönig von Italien, an, eine Militärkommission einzuberufen, um Hofer rasch abzuurteilen. In der „Causa Hofer“ war plötzlich Eile geboten. Am 1. April wollte sich Napoleon mit Erzherzogin Marie Louise von Österreich vermählen – und kein Bittschreiben in die Hand gedrückt bekommen.

Andreas_Hofer_(Wachter)Die „Spezial-Militärkommission“ bestellte einen jungen Mantuaner Anwalt namens Joachim Basevi zum Pflichtverteidiger Hofers. Die Verhandlung vor dem Militärgericht wurde auf Französisch geführt und war – da der Schuldspruch bereits feststand – gelinde gesagt eine Farce. Der Anwalt beklagte unter anderem die fehlerhaften, unzulänglichen Übersetzungen von Hofers Worten durch die unfähigen Dolmetscher. Dem Anwalt Basevi hatte man zudem nur einige Berichte des Militärkommandanten ausgehändigt, aus denen die Schuld Hofers angeblich klar und unwiderlegbar hervorging. Dem Beschuldigten wurde insbesondere zur Last gelegt, dass er auch nach dem Friedensschluss zu Schönbrunn vom 14. Oktober 1809 den Kampf fortgeführt habe. In einem Erlass des Vizekönigs, sei jedem Insurgenten in Falle weiterer widerrechtlicher Kriegshandlungen, die Todesstrafe angedroht worden. Desweiteren habe man Hofer bei seiner Festnahme  „mit einem Gewehr in der Hand“ angetroffen und einige Pistolen sowie einen Degen in seinem Alm-Versteck entdeckt. Die Verhandlung gegen den gewesten Landverweser von Tirol wurde für den 19. Februar, um 15 Uhr im Palazzo Arco angesetzt. Es fand weder ein Verhör des Beschuldigten statt, noch wurde dem Anwalt erlaubt, Entlastungszeugen aufzurufen. Basevi bescheinigte seinem Mandanten: „Sein Verhalten zeichnete sich durch große Ruhe, Offenheit und Würde aus.“ Der Advocatus schilderte Hofer in seinem Plädoyer als „einfachen, redlichen und fleißigen Mann“, dem „jede Lüge fremd“ sei und der allein aus Liebe zur Heimat zu den Waffen gegriffen habe. Als Soldat habe der Sandwirt einzig der Pflicht gehorcht, wofür er nicht bestraft werden könne. „Ich kann ruhigen Gewissens behaupten, dass das vorliegende Beweismaterial zu einem Schuldspruch nicht ausreicht.“ Die Ankläger sahen dies naturgemäß anders. Nach zweieinhalb Stunden war der Prozess beendet und Hofer wurde zurück in seine Zelle gebracht. Der Urteilsspruch des Kriegsgerichts fiel einstimmig aus: Tod durch Erschießen. Am folgenden Tag, den 20. Februar, zu vollstrecken.

Innsbruck_Goldener_Adler_Hofer_Tafel„So endete das Leben eines tapferen Führers; das war das traurige Schicksal eines Helden, der wahrlich ein schöneres, seinen Thaten angemessenes Loos verdient hätte. Doch der Krieg verschont keinen, sogar die Besten nicht, und niemand weiß heute, wie es morgen mit ihm stehen wird“, heißt es in den „Erlebnissen“ Eiffes. Noch am Tag der Hinrichtung wurde Hofers Leichnam in der Kirche San Michele beigesetzt, dies vermerkt der dortige Priester im Totenbuch. Im Sterbebuch von Sankt Leonhard in Passeier, der Heimatgemeinde Hofers, wird dessen Ableben gleichsam protokolliert. Auffällig ist das – später korrigierte – falsche Todesdatum sowie einige unleserliche Stellen: „Andras Hofer gewester (…) Wirth. an St. Grab auf dem Sandt. Verheurathet. Zu Mantua (…) erschossen, den 9. Merz 1810. 44 Jahr.“ 13 Jahre später, im Jahr 1823 werden Hofers sterbliche Überreste in einer Nacht- und Nebelaktion von einem Regiment der Kaiserjäger ausgegraben. Da man nicht wusste, wo sich das Grab genau befand, weil der Friedhof inzwischen aufgelassen und in den Pfarrgarten umgewandelt worden war, weckte man den Pfarrer, der den Männern die Stelle zeigte. Die anhand der Einschusslöcher leicht zu identifizierenden Gebeine Hofers wurden nach Innsbruck „überführt“ und in der Hofkirche beigesetzt. Dort befindet sich bis heute seine letzte Ruhestätte. Das Grabmal schuf anno 1834 im Auftrag von Kaiser Franz I. der Wiener Bildhauer Johann Nepomuk Schaller. Im Stil des 19. Jahrhunderts wird Andreas Hofer – eine Fahne in der Hand haltend – in martialischer Pose und mit stolz erhobenem Haupt gezeigt.

Dinesh Bauer

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Das Bankerl

OLYMPUS DIGITAL CAMERAB wie beschaulich, besinnlich, breitbeinig. Das Bankerl ist ein Fleckerl Heimat, ein Platzerl des Durchatmens, des Staunens, des Erkennens. Ein Ort um ins Land hinauszuschauen, um über die Schönheit, der Vergeblichkeit und Vergänglichkeit alles Irdischen zu sinnieren und zu eigenen Erkenntnissen über das Wesen der Dinge, der materiellen und geistigen Erscheinungsformen des Daseins zu gelangen. Ein tief gestimmter Ort, der uns verweilen, Einkehr halten lässt. Ein Ort an dem das Orchester eine Pause hat. Tacet für den Chor – Silentium!

Was charakterisiert das Bankerl nun? Rast und nicht Un-Rast, Ruh und nicht Un-Ruh, Zen mit der Sonne im Zenit. Verzaubert und verwunschen. Das Bankerl ist ein Phänomen, ein deutsches und alpenländisches dazu. Untrennbar verbunden mit der teutonischen „Wanderlust“ und „Waldesfreud“. Andernorts ist diese „Institution“, diese Inkarnation des romantischen Innehaltens so nicht zu finden.

Gut, Bänke stehen überall auf der Welt. In Singapur und in Nordkorea, in japanischen Zen-Gärten, an der Moskwa und im Central Park von Manhattan sowieso. Dienen Sie doch einem klaren Zwick: dem hinsitzen, denn am Boden hockten nur Hippies, Soldaten und andere Idioten. Damit ist alles gesagt.

20150503_1738Das Bankerl aber ist einmalig, ist der Inbegriff des Sehnens und Sehens, der schöpferischen Ur-Erfahrung, des Teilhabens an der Natur. Im Angesicht – Face to face – mit den kleinen oder großen Wundern der Welt, der sich türmenden Gebirge, der sich im Wind wogenden Seen, der sich windenden und mühenden Bäche, der in der Hitze flirrenden Wiesen. Und ein Flüstern ist dort immerzu: O Mensch, setz dich her – und gib Ruh, du Rastloser, du!

Dinesh Bauer

Grenz-Berg

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Photo1382Es geht immer leicht aufwärts, schon seit zwei Stunden. Mein Skoda steht unten in Waldmünchen – am Rand von Streuobstwiesen. Nomen est Omen – das kleine Städtchen an der bayrisch-böhmischen Grenze ist exakt 199 Kilometer vom großen Bruder, der Landeshauptstadt gleichen Namens entfernt und von dichten Wäldern umgeben. Um mich herum dichtes, sattes Grün – vor lauter Bäumen ist der Böhmerwald kaum zu sehen. Irgendwann habe ich die – im wahrsten Sinne des Wortes – „grüne Grenze“ passiert – von zwei Wappenschildern zwischen grünen Zweigen markiert. Nun bin ich oben, am Cerchov – es ist kalt und der Wind pfeift mir um die Ohren. Schnell ziehe ich mir eine Strickmütze über den Kopf und wickle mich fest in ein Goretex-Mäntelchen. Kein Mensch weit und breit – und zu kauen oder zu nuckeln gibt es auch nichts.

Photo1381Das Cerchov-Bistro im Kantinen-Schick des real existierenden Sozialismus und das in einem Holzpavillon befindliche Turmstüberl haben geschlossen. Chiuso, Fermé, Zavreny. Hier gibt’s nix, kein Bier, kein Kaffee, kein Wiener Würstel. Gottseidank hab ich vorgesorgt und packe meine in Alufolie gewickelte Brotzeit aus – und köpfe – nein, kein Bier, sondern eine banale Zitronenlimo. Limo löscht den Durst – und gegen Hunger hilft die Wurst. Genüsslich beiße ich in die dick mit Schinkenwurstscheibchen belegte Semmel und blicke mich am Gipfelplateau um. Ich bin allein, allein mit der Vergangenheit.

Photo1378Der Cerchov, alias Schwarzkopf, avancierte mit der aufkeimenden Begeisterung für die freie Natur und die heimischen Haine und Fluren zum beliebten Ausflugsziel in der Grenzregion zwischen dem Reich der Hohenzollern und dem der Habsburger. Denn ganz Böhmen und natürlich auch das – was die Gutmenschen-Geschichtsfälscher gerne verschweigen – von Deutschen bewohnte Sudetenland stand bis 1918 unter den Fittichen des Doppeladlers. Der Cerchov befindet sich indes heute auf tschechischem Staatsgebiet und darf sich mit einer Höhe von 1042 Metern rühmen, die höchste Erhebung des Oberpfälzer Waldes zu sein. Über den Gipfel verläuft schnurstracks die große europäische Wasserscheide zwischen Atlantik und Schwarzem Meer. Und man spürt es nicht. Was man jedoch auf den ersten Blick erkennt, ist der Umstand, dass die Aussicht von hier oben großartig sein muss, wohlgemerkt bei klarer Sicht.

Photo1375Heute ist der Himmel jedoch schiefergrau – und von Nebelschlieren durchwirkt. Von den goldenen Auen Böhmens, geschweige denn von den Alpen keine Spur. Ich bin schon froh, wenn ich ein paar wellige Waldhügel erspähe, die sich schemenhaft aus dem Grau des Gewölks schälen. Die fantastische Weitsicht gab jedenfalls den Ausschlag für den Touristenclub Taus, um 1894 einen hölzernen Aussichtsturm am höchsten Punkt des Bergs zu errichten. Sein Nachfolger, ein der romantischen Minnewelt entsprungener Burgturm, existiert bis heute.

Photo1373Im kalten Krieg herrschte am Cerchov Eiszeit – hier herauf durfte niemand, es sei denn er war Soldat oder Abhörspezialist im Dienste des Warschauer Pakts. Bis heute umzäunt eine Art eiserner Vorhang den Gipfel. Kasernengebäude, militärische Anlagen, Hundezwinger, Betonplatten überall – und unübersehbar die 40 Meter hohe Abhöranlage, Herzstück des Horchpostens.  Neben der sowjetischen Armee nutzten auch die Spezialisten der DDR-Staatssicherheit die exponierte Stellung auf dem Čerchov unter dem Tarnwort „RUBIN“ als Außenposten. Nach 1990 war dann aber langsam Schluss mit Klassenkampf, nach und nach verfallen nun die Bauten und die Natur erobert hartnäckig, Zentimeter um Zentimeter, verloren geglaubtes Terrain zurück. Mein frugales Mahl habe ich inzwischen beendet und langsam wird es hier oben ungemütlich. Ein eisiger Wind faucht wie in einem Agenten-Thriller um die Ecken und ich klappe den Kragen hoch. Mein nun fast leerer Rucksack landet weich auf meiner Schulter und mit einer gewissen unbestimmten Wehmut trotte ich an den tristen Betonbauten vorbei bergab. Still ist es hier oben – ich lausche, höre mich atmen, höre meine Schritte – doch da ist noch etwas, ein leises pochendes Geräusch. Tief unter der Erde schlägt hier noch immer das tote Herz des roten Riesen.

Dinesh Bauer

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Die Schwarze Jagd – mein neuer Bayern-Krimi

Ein klarer Fall für Schorsch Wammetsberger

Meine Bayern-Krimis sind erfrischend anders. Kein Aufguss von Eberhofer, Kluftinger & Co. Dafür sorgt schon der „leicht übergewichtige Held“ der Geschichte. Dorf-Gendarm Schorsch Wammetsberger ist ein Mann für alle Fälle. Am liebsten hätte Schorsch seine Ruhe, sein Bier und seine Elfriede. Bei den „Grünen“ ist er nur gelandet, weil er dort A) als Beamter auf Lebenszeit unkündbar ist, B) in der Polizeiinspektion Bad Brennbruck das Sagen hat und C) zu den allseits geschätzten Dorf-Honoratioren zählt. Zu Wammetsbergers Unmut kommt ihm jedoch regelmäßig der Boandlkramer in die Quere. Eine Leiche beim Schafkopfen, eine Leiche beim Wildern. Schorsch bleibt nichts anderes übrig, als die unnatürlichen Todes-Fälle auf seine eigene unorthodoxe Weise zu lösen. Dabei handelt er getreu der Devise: Jeder kann sagen was er denkt – solange er tut, was ich will!

Doch auch die „Nebenrollen“ sind prominent besetzt: Wammetsbergers ewiger „Rivale“ ist der ebenso scharfsinnige wie spitzfindige Kripo-Kommissar Korbinian Eyrainer. Ein „Urban Bayer“ – überlegt, scharfsichtig und grüblerisch. Kurzum, Eyrainer und Wammetsberger sind nicht gerade „Freunde“, ja eher wie Fleischpflanzerl und Foie grasse, wie Pinot Noir und Bräuberger Hell. An Eyrainers Seite sorgt Leo „Hartl“ Harthofer, das „Enfant Terrible“ der Kripo Grenzberg, für Unruhe und Verwirrung, zumal „Hartl“ gern als verdeckter Ermittler im Untergrund arbeitet.

Doch auch Wammetsbergers hat mit seinen „Getreuen“ nicht nur Freude: Xaver Gschwandtner und Ignaz Irgl, ein echtes „B-Team“ – B wie Bier, Brotzeit und Brennsuppe. Dank ihrem Hang zu hochprozentigen Eingebungen und eigenmächtigen Aktionen, sind die beiden „Alm-Anarchos“ immer für eine „Überraschung“ gut – und rauben Schorsch den letzten Nerv. Andere illustre Figuren bereichern die Geschichte: „Stocki“ Stockinger, die ebenso modisch bewusste wie esoterisch versierte Team-Assistentin Eyrainers oder der starrköpfige Malz-Marxist „Che“ Wildbichler, der zwischen Untergrund und Unterholz seine Pirouetten dreht.

Die mörderischen Geschichten selbst sind verwickelt, verwirrend vielschichtig – und nie vorhersehbar. Spaß und Spannung bilden die zentrale Achse – doch es gibt auch stets eine historische und politische Ebene, die das Geschehen und die Geschichte vorantreibt. Schwarzhumorige Abenteuergeschichten in der altehrwürdigen Tradition der großen Krimi-Erzähler.

Dinesh Bauer

Interview mit dem Magazin HaymonKrimi:

Was macht für dich den Reiz deiner Geschichten aus?

Dinesh Bauer: Die Stories spielen im bayrischen Oberland, dem urbayrischen Landstrich nördlich der Alpen. Zum Teil aber auch drüben in Tirol. Bayern und Tiroler verbindet ja seit Jahrhunderten eine innige „Hassliebe“. Das Setting spricht jeden an, der Bayern und die Berge liebt. Im O-Ton spricht man bayrisch – und die Protagonisten sind felsenfest mit ihrer „Hoamad“ verankert. Meine Bücher unterscheiden sich durch ihre Authentizität und Originalität von anderen Krimis des Genres „Alpen-Krimi“. Knorrige, kauzige Charaktere wie Dorf-Bulle Schorsch Wammetsberger, sein schießwütiger Spez’l Ignaz Irgl oder der Lederhosen-Lenin „Che“ Wildbichler sind auch „in natura“ an den Stammtischen zu finden. Dementsprechend herzhaft und handfest entwickeln sich die Dialoge. Die Geschichten sind schräg, schroff und abgründig – die Sprache am Punkt pointiert.

Die Regiokrimis zwischen Sylt und Salurn haben ja Hochkonjunktur. Was hat dich zum Schreiben bewegt?

Dinesh Bauer: Ich hab ja schon vor 15 Jahren angefangen mich mit diesem Genre zu beschäftigen – da war da noch so gut wie nix am Markt. 2010 ist mein erster „Heimatkrimi“ im Selbstverlag erschienen. Die Wammetsberger-Reihe geht ein wenig andere Wege, als die meisten anderen Krimis. Es gibt zwei klar definierte Handlungsstränge – und jeder Mordfall hat einen aktuellen Aufhänger – also Themen wie Filz in der Lokalpolitik, Terrorismus-Hysterie oder die Flüchtlingsproblematik. Diese komplexen und zweifelsohne bedeutsamen Themen nehmen meine Protagonisten jedoch bewusst auf die „leichte Schulter“. Für mich steht das sinnbildlich dafür nie den Humor zu verlieren – sonst ist man verloren.

Wie wichtig ist Bayern, ist die bayrische Lebensart für dich?

Dinesh Bauer: Ich bin bekennender Bayer – und schau den Leuten beim Stammtisch und auf der Straße genau aufs Maul: den „Bauernfünfern“, den halbseidenen Haderlumpen und Odel-Outlaws. Deswegen komme ich ohne die Klischees aus, die andere Autoren dieses Genres gerne bedienen. In der eigenen Familie und im Freundeskreis finde ich genügend „Modelliermasse“, um daraus stimmige Charakterköpfe zu formen. Dazu kommen die mit viel Liebe und „von Hand“ kolorierten Schauplätze: schroffe Berge, dichte Wälder, windschiefe Wegkreuze, urige Wirtsstuben. Immer irgendwo zwischen Idyll und gähnendem Abgrund. Kulturelle Besonderheiten und regionale Bezüge gibt es zum “Sau füttern“ – und zwar sowohl in der Sprache, als auch in Bezug auf die Traditionen und die Lokalgeschichte. Das ist mir sehr wichtig.

Egal ob der Kommissar Kluftinger oder Eberhofer heißt. Regional-Krimis haben immer Seriencharakter. Wie sieht es bei dir aus. Können wir noch mehr Untaten vom Bavarian Dream-Team Eyrainer und Wammetsberger erwarten?

Dinesh Bauer: Sowieso. Die Schorsch Wammetsberger-Krimis sind als Serie konzipiert, wie Hubert & Staller oder München 7 wenn du so willst. Da ich vom Fernsehen, vom bewegten Bild komme, sind die einzelnen Kapitel immer sehr szenisch gebaut – und eine kleine Geschichte in sich. Die einzelnen Episoden, respektive Fälle sind jedoch vollkommen unabhängig voneinander und durch die gleichen Schauplätze und natürlich durch dieselben Protagonisten locker miteinander verwoben. Am 26. September erscheint mein erster Krimi „Die Schwarze Jagd“ als gebundenes Buch bei euch. Da freue ich mich schon riesig drauf. Der nächste Fall für Schorsch steht aber schon in den Startlöchern – und „Solo für Schorsch“ wird natürlich wieder ein Hammer. Zumal es nicht nur um das Kult-Kartenspiel „Schafkopf“ geht, sondern auch die Freiheits-Ikone Andreas Hofer in einer Nebenrolle glänzt. Freut euch drauf!

 

Die Schwarze Jagd, Haymon Verlag 2017, gebundene Ausgabe, 304 Seiten, ISBN-13: 978-3709934043. Preis: 17,90 €, auch als eBook erhältlich

Der schwarze Tod und die Toten

Photo0818Pandemien verbreiten von jeher Angst und Schrecken unter den Menschen. AIDS, Ebola, die spanische Grippe – Namen die für namenlose Furcht und massenhaftes Sterben stehen. Wir leben – so scheint’s – in einer hochtechnisierten, aseptischen, sterilen Welt – doch das drohende Verhängnis lauert immer und überall. Winzige, mikroskopisch kleine Lebewesen, tödlich wie der Biss der schwarzen Mamba. Viren, Bakterien, multiresistente Keime – bei diesen Un-Wörtern befällt uns ein unerklärliches Unbehagen, eine atavistische Angst vor Siechtum und jähem Tod. Bis auf den heutigen Tag „hassen wir etwas wie die Pest“, wünschen unseren Feinden „die Pest an den Hals“ oder müssen angesichts zweier Kandidaten wie Trump und Clinton „zwischen Pest und Cholera“ wählen.

Photo0868Für die Menschen des Mittelalters war der Tod dagegen einfach nur eines: allgegenwärtig und unerklärlich. Epidemien galten als eine Strafe Gottes. Gott strafte seine unbotmäßigen, frevlerischen Geschöpfe – und bediente sich hierfür der „Gottesgeißel“. Ein Instrument, um die verderbten, sündhaften Menschen zu zügeln. Die ultimative Heimsuchung, der Inbegriff des Sterbens und göttlichen Zorns war die Pest. Keine andere Seuche hat mehr Menschen dahingerafft, keine andere mehr Unheil gesät. Ein Vorgeschmack auf das „Jüngste Gericht“.

Photo0878Gottes Henkersknecht auf Erden war Gevatter Tod. Der „Knochenmann“ hielt reiche Ernte und mähte die Menschen – ungeachtet ihres Stands und ihrer weltlichen Besitztümer – nieder. Wie der Bauersmann im Weizenfeld schwang der „große Schnitter“ die Sense. Er führte eine scharfe Klinge – kein „Sünder“ entkam dem schwarzen Tod. Die Menschen starben wie die Fliegen. In ihren Häusern, auf der Straße, in Siechenhäusern und Spitälern. Und die Leichen der Gestorbenen verpesteten die Luft mit ihren wahrhaft pestilenzialischen Gestank. Ein wahrer Teufelskreis. Ein Alptraum ohne Erwachen. Die Wucht dieses von Gott befohlenen Genozids war so ungeheuerlich, die Erfahrung der Verlassenheit so allumfassend,
dass sich die Spuren des Schwarzen Todes tief ins kollektive Gedächtnis gebrannt haben. Flurnamen bewahren die Erinnerung an ehedem vor den Stadttoren angelegten „Pestackern“, der Bau zahlloser Wallfahrtskirchen gehen ebenso wie die
Passionsspiele auf die Buß- und Bittrituale, auf fromme Stiftungen und Pestgelübde dieser Zeit zurück.

Photo0869Nach Bayern kam die „große Pest“ in den Jahren 1633 und 1634 – also mitten im Dreißigjährigen Krieg. Sie entvölkerte ganze Landstriche – und machte vor niemanden Halt. Im sogenannten „Pfaffenwinkel“ wurden manche Ortschaften komplett ausradiert. In Wildsteig starben 160, in Böbing 154 und in Oberammergau über 80 Einwohner. Im benachbarten Kohlgrub machte der schwarze Tod förmlich tabula rasa. So heißt es in der Oberammergauer Dorfchronik: „Anno 1633 hat die Pest aller Ort eingerissen, daß man vermeint hat, die Leute gehen alle darauf. Dann in der Pfarr Kollgrub sind die Leuthe dermassen ausgestorben, daß nur 2 Paar Ehefolk anzutreffen gewesen, eines theils aus einen Hauß ist der Mann oder daß Weib gestorben, oder etliche Häußer gar ausgestorben, auch in Eschenlocher Pfarr, in denn Oberland sind erschröckhlich viele Leuthe gestorben.“

Photo0874Im Dorf Böbing, das damals zur Hofmark Rottenbuch und dem dortigen Augustiner-Chorherrenstift gehörte, findet sich auf einer Anhöhe südwestlich des Dorfs – dem sogenannten Rochusbichl – noch heute ein ummauerter Pestfriedhof mit einem Bildstock und Gedenkkreuzen. Der Legende nach pilgerte der Minoritenmönch Rochus von Montpellier 1317 nach Rom. Unterwegs pflegte er Pestkranke und heilte sie auf wundersame Weise durch das Kreuzzeichen. Seitdem gilt der nichtkanonisierte Volksheilige als Schutzpatron der Seuchenkranken. Und wacht getreulich über die Böbinger Opfer der großen Pest.

Dinesh Bauer, Juni 2017

Geschichten rund ums Bier – Geschichten aus Schwandorf

In Vino veritas, in cervisia felicitas! Das wussten schon die alten Römer. Und mit den Römern beginnt bekanntlich jede gute, geschichtsträchtige Geschichte. Als die Römer gingen, kamen die Bayern, respektive die Bajuwaren und machten aus ihrer neuen Heimat ein hopfenhaltiges Gebiet. Ihr Bier haben die Bayern wohl schon immer geliebt und in „Maßen“ genossen – selbst wenn man wie so oft aus „grauer Vorzeit“ nix Genaues weiß. Sicher ist, dass das Gebräu aus Wasser, Gerste und Hopfen aus Bayern genau so wenig wegzudenken ist wie die Lederhose und der Leberkäs. Eine frisch vom Fass gezapfte Maß ist den Bayern jedenfalls lieber als jedes göttliche Manna, das vom Himmel regnet. Und auch das gelobte Land in dem Milch und Honig fließen, reizt einen Bayern wenig, so lang dort kein Gerstensaft im Glas schäumt.

Der Volksstamm der Bajuwaren pflegt also ein besonders inniges, ja intimes Verhältnis zu dem Trunk aus dem die Bierbäuche sind. Diese Enge, quasi „bierlaterale“ Beziehung der Bayern zu ihrem Volksgetränk spiegelt sich in Prosa wie Poesie wieder, die wiederum im „Oans, zwoa, gsuffa“, dem Hofbräuhaus-Klassiker gipfeln. Das „Ozapft Is“ klingt dem „gestandenen Bayern“ wie eine Verheißung in den Ohren, ist das Bier doch ein lebensnotwendiges Grundnahrungsmittel – ohne dem den wahren Leben die existenzielle Grundlage entzogen würde.

Der Hopfentrunk ist also ein ganz „besonderen Saft“, wie ein jeder Malz-Mephisto weiß. Das Bayerische Reinheitsgebot von anno 1516 dementsprechend ein „faustischer Pakt“, der die Reinheit des Biers über alle Zweifel erhebt. Oder etwa doch nicht? In den guten alten, mittelalterlichen Zeiten galt bayrisches Bier als „übles Gebräu“, in dem die sonderbarsten „Zusatzstoffe“ Eingang fanden, so dass bei manchem schauerlichen Gesöff wahrlich „Hopfen und Malz verloren“ waren.

Und heute? Hopfen und Malz – Gott erhalt’s? Der Gerstensaft, der alles schafft? Von wegen – mein lieber Schwan! Der Schwandorfer Stadtbibliothekar Alfred Wolfsteiner hat anlässlich des 500sten Jubiläums des hochgefeierten Reinheitsgebots mit akribischer Sammelleidenschaft Material für seine „Schwandorfer Biergeschichten“ zusammengetragen – aus dieser „Sammelwut“ ist ein Buch entstanden, dass am Beispiel der Oberpfälzer Kreisstadt Schwandorf aufzeigt, warum Bier in unsern „bayrischen Gauen“ weit mehr ist als die Summe seiner Teile. Bier ist und bleibt ein „Mythos“ – und ein weiß-blauer dazu.

Wolfsteiner beginnt die Geschichte vom Schwandorfer Bier in chronologischer Ordnung zu erzählen. Er schreibt von der Einführung einer Biersteuer im Jahr 1459, mit der die Stadt Schwandorf öffentliche Baumaßnahmen finanzierte. Von einem der wohl ältesten Heferezepte Bayerns, das aus Schwandorf stammt. Die Hefeproduktion war ein Meilenstein für die Qualität der Bierproduktion, zuvor waren die Brauer auf Spontangärungen angewiesen.

Wolfsteiner schreibt von einem Zollstreit der Schwandorfer mit den Burglengenfeldern: Im 16. Jahrhundert wollten Letztere die Schwandorfer zwingen, ihre Biertransporte in Richtung Regensburg durch Burglengenfeld fahren zu lassen, um dort Maut zu kassieren. Eine Episode, die zeigt: Beim Malz ging es auch immer um die Moneten. Und das nicht nur seit dem Dauerstreit um die ins uferlose gekletterten Preise für die Maß Wies‘n-Bier.

In seinem „Biergeschichten“ scheut Wolfsteiner auch vor keiner „Vivisektion“ jener „Heiligen Kuh“ zurück. Dass der bayerische Gerstensaft – in dem nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe sein dürften – so rein war, hält er für eine gern kolportierte Mär: „Saltz / Crametbeer/ und ein wenig Kümel“, so steht es in der für Schwandorf gültigen Landespolizeiordnung von 1616. 100 Jahre nach dem Erlass des „Reinheitsgebots“ war es mit diesem also nicht sonderlich weit her.

 

Alfred Wolfsteiner, der seit 1982 die Schwandorfer Stadtbibliothek leitet und über 100 Aufsätze, Bücher, Artikel über die Geschichte seiner Heimat geschrieben hat, bezieht sich auf die von ihm studierten Quellen. So belegen die „Biergeschichten“ an Hand historischer Texte und Bildzeugnissen, wie der Gerstensaft über Jahrhunderte das Leben der Menschen beeinflusst, ja bestimmt hat. In Schwandorf prägte das Bier – nachdem der Wein im Laufe des 17. Jahrhunderts an Bedeutung verlor, da er schlicht zu teuer geworden war – das Leben der kleinen Menschen, aber auch der „großen Hansen“. In der Schwandorfer Ehehaftordnung von 1722 ist nachzulesen, dass es verboten war, das Cufet – eine Art Dünnbier – weiter zu strecken oder vor hohen kirchlichen Festen nach 20 Uhr zu zechen. Und in dem Regelwerk wird vorgeschrieben, in Wirtshäusern bei trinkseligen Hochzeiten alle Ecken so auszuleuchten, dass sich die Hochzeitsgäste nicht befleißigt fühlen sollten, im Dunklen zu poussieren. Die Unzucht lauerte halt immer und überall. Und die Moral war lax.

Bier galt allzeit auch als Medizin: der in Schwandorf geborene Benediktinerpater Odilo Schreger, ein Bestsellerautor des ausgehenden 18. Jahrhunderts, empfiehlt in seinem „Nutzlichen Zeitvertreiber“, mit warmem Bier das „Angesicht“ zu waschen – das mache „weiche, zarte Haut“. Als Haarspülung vertreibe warmes Bier die Milben, eine Bier-Fußmassage helfe Kindern, den Husten loszuwerden. Allen heilsamen Bier-Anwendungen hob der gestrenge Gottesmann auch den mahnenden Zeigefinger, um vor den Folgen der Trunksucht zu mahnen. So schreibt er, ganz Abstinenzler und überzeugter Gesundheitsapostel: „Wo findet der Teutsche den Tod? Im Trinck-Glaß“. Na wo sonst? Schreger würde sich wundern, wenn er am Ballermann oder auf einer Party-Meile wiedergeboren würde.

 

 

Ungeachtet der treuherzigen Ermahnungen des Paters boomte der Bierkonsum – gerade in einem Verkehrsknotenpunkt wie Schwandorf. 1840 beschäftigte die Stadt zwei Braumeister, Bürger duften gegen die Zahlung von „Mulzzins“ und „Kesselgeld“ in den städtischen Braukesseln selbst Bier brauen und es dann in sogennnaten Zoigelwirtschaften – so etwas wie Heurigenlokale – verchecken. Später verkaufte die Stadt ihre Braustätten, der „Neoliberalismus“ der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts förderte das freie Unternehmertum – und es wurden innerhalb weniger Jahre gleich drei Privatbrauereien gegründet. Wie vielerorts im Oberland – ob in Tölz, Miesbach oder Wolfratshausen – begann auch in der Oberpfalz eine Blütezeit des Brauwesens: Wolfsteiner erzählt die Geschichten der Weißbierbrauerei Mehrl, der Schlossbrauerei Fronberg, des Schmidt-Bräus, der Brauereien Hubmann und Plank – die im Laufe des letzten Jahrhunderts ihren Zenit überschritten und nach und nach von der Bier-Bildfläche verschwanden. Und mit ihnen viele Wirtshäuser, Bierschenken und Biergärten. Damals war die Hochzeit der Stammtische, der Bockbierfeste, der Faschingsbälle und Tanzbelustigungen samt einer „Maskierten Knödelpartie“. Im Wirtshaus wurde gewürfelt und vor allem Karten gespielt, gewattet und geschafkopft. Es wurde gehandelt und Händel gesucht. Dies zeigt die Groteske einer Gerichtsverhandlung wegen „Hinlassen eines Furzes in beleidigender Absicht“. Wolfsteiner schlägt aber auch ein düsteres Kapitel der Biergeschichte auf – die NS-Zeit war eine „unbayrische Zeit“. So werden auch die Auseinandersetzungen des unbotmäßigen Gastwirts Michael Baier mit der NS-Obrigkeit thematisiert.

Ein kleines, liebenswertes Buch, das die Lektüre lohnt – und Lust auf ein süffiges Bier macht.

 

Dinesh Bauer

Und wo gibt’s die Biergeschichten? Am besten direkt bei der Stadtbibliothek Schwandorf bestellen. Telefon: 09431 – 71 544. Mail: stadtbibliothek@schwandorf.de

 

Das Wasserschloss

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Nein, es ist weder die Rede von Kafkas „Schloss“ noch vom Schloss am Wörthersee. Mein Schloss steht im Mangfalltal zwischen Weyarn und Valley. Ein Waldschlösschen fern ab des Touristen-Trubels jedoch weder von Blaublütlern oder Strauchrittern noch von Hexen, Gespenstern und Geistern bewohnt. Kein Spukschloss und auch keines in dem Märchen wahr werden. Der Kini war hier nie. Und doch trägt es die drei heraldischen bayerischen Farben: Blau, Weiß und Blau. Ist es doch von Form und Farbe des Wassers. Wie ein Wasserschloss? Eines ohne Gräben, Wällen, Fortifikationen und  Zugbrücken obendrein. Sondern an einem Hang, ja an einem steilen, dicht bewaldeten Abhang gelegen? Und mit Zinnen von Zuckerbäckerhand bekrönt? Ja, es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut – und ist nicht mehr als burgensinnige Fassade. Dahinter versteckt sich der Eingang zum Verteilungsschacht Maxlmühle.

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Wasser für Canitoga, Wasser für die Elefanten? Ein Schlösschen, dass dafür sorgt, dass die Landeshauptstadt ihr blaues Gold bekommt und die goldenen Hähne nicht nur tröpfeln, sondern sprudeln. Ein Schloss, dass keinen degenerierten Adeligen beherbergt, keinen Potentaten und Majestäten zu Diensten ist – sondern allen dient. Das Wasserschloss von Valley hat unter den Burgen und Schlössern Bayerns einen Ehrenplatz verdient. Ich jedenfalls erweise ihm meine untertänigste Referenz. Denn was wären wir ohne Wasser. Binnen kurzen verdurstet – tot und leblos wie der Sand der Wüste.

Dinesh Bauer

Mehr von mir? Meine Schorsch Wammetsberger-Krimis laden euch zum schmökern – ein Blick ins Buch kost nix. Schaut rein! Ihr findet mich im Buchhandel und in den Online-Shops von Amazon bis Thalia.

http://www.thalia.de/shop/home/mehr-von-suche/ANY/sa/dinesh_bauer.html?mehrVon=Dinesh+Bauer

Video

Schorsch – in action & in Farbe

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Schorsch & Xarre „in action“ und in Farbe. Die beiden tatkräftigen Bullen von Bad Brennbruck zeigen sich in meinem Buch-Trailer von der Schokoladenseite.

https://www.youtube.com/edit?video_id=0W_so0Yf97U

Darsteller: Dinesh Bauer und Werner Gerl, Kamera und Schnitt: Robert Porschen

Alpen-Krimi „Toter Winkel“, Aufbau Verlag 2015, im Buchhandel oder in den Book-Shops online zu bestellen: http://www.thalia.de/shop/home/suchartikel/toter_winkel/dinesh_bauer/EAN9783746631844/

Bayerisches Roulette

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BayerischesRoulette-UmschlagMord dahoam! Schorsch schlägt wieder zu – die zweite Geschichte rund um den bayrischen Dorf-Bullen erscheint im Februar 2017. Doch ihr könnt jetzt schon vorbestellen – und euch auf einen Härte-Fall für Schorsch Wammetsberger freuen. Da Schorsch hat wieder alle Hände voll zu tun, um einen mysteriösen Mord aufzuklären – und gerät dabei auf Abwege.

Anti-Terror-Übung im Grenzgau. Doch Schorsch und sein A-Team kommen nicht vom Fleck – sein Wagen streikt. Ganz in der Nähe aber schlägt tatsächlich ein Terrorkommando zu. Sein Ziel: die neue Stromleitung durchs Mölztal. Und dann findet Wammetsberger auch noch eine schlampig entsorgte Leiche. Kopfschuss aus nächster Nähe. Den Toten erkennt er trotzdem: ein zwielichtiges Mitglied ihrer Wilderer-Bruderschaft. Die Statuten der Bruderschaft sind in einem solchen Fall eindeutig. Der Tod eines Bruders muss gerächt werden. Also beschließt Wammetsberger, den Mord auf eigene Faust aufzuklären. Eine harte Nuss – aber Schorsch wäre nicht Schorsch – wenn er die nicht knacken würde.

Euer „Schreiberling“ Dinesh Bauer

https://www.amazon.de/Bayerisches-Roulette-Alpen-Krimi-Dinesh-Bauer/dp/3746632579/

BayerischesRoulette-Umschlag

Goldwasser – Che ist wieder da!

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It’s time for another revolution! Und wo? In Bayern – wo sonst. Che ist wieder da – und zwar mitten in den bayerischen Bergen.  Unverdrossen grüßt der die Volksgenossen und kämpft für die Weltrevolution. Die ihren Anfang in Bayern, genauer gesagt an den Lehards-Quellen nimmt. Dort wo Ches Mentor, der Pfarrer von Sankt Leonhard  die weiß-blauen Fahnen hoch hält.

Was bietet Goldwasser dem Leser – dreimal Vogel-V  –  Verbrechen, Verschwörung und Venceremos. Ein Terror-Kommando stürmt die dem heiligen Leonhard geweihte Kirche und sticht den Pfarrer mitten in der Messe nieder. Wer  begeht eine solch blasphemische Bluttat? Salafisten, Spartakisten, Satanisten?  Pater Cölestin, der „Weiße vom Berg“ ist entsetzt. In seinem Kampf um das wahre Christentum hat er sich mächtige Feinde gemacht. Stecken die Amigos, die Spekulanten hinter dem Anschlag? Oder geht es um religiöse Motive?

Kommissar Eyrainer von der Kripo Grenzberg ermittelt in dem mysteriösen Fall. Unterstützt wird er von seinen Schafkopf-Spezl’n, den „Vier Obern“. Die Jungs in der Bayern-Band spielen in folgender Besetzung: Bauern-Banker „Al“ Aufhammer, Verschwörungsspezialist „Bru“ Brenner sowie Chefreporter Anian Gruber. Da ist das Chaos vorprogrammiert.

schuetzenWas passiert da noch? Drei V’s, die Zweite  – Verrat, Vaterland und Vendetta. Bei einem Besuch der Lenhards-Quellen bekommt der bayrische Ministerpräsident Zunder.  Ein als Gebirgssschütze getarnter Attentäter nimmt ihn unter Beschuss. Doch die tödliche Kugel rafft den Landrat dahin. Ein Amigo weniger! Die Kacke ist am dampfen – und Kommissar Eyrainer bekommt Stress. Die „Vier Ober“ gehen mit kriminalistischen Scharfsinn und unorthodoxen Methoden ans Werk, um den Fall „Goldwasser“ zu lösen, ehe der nächste Mord geschieht. Es wird ein Wettlauf mit der Zeit.

20141020_1466Goldwasser – Malz, Marx und das ewige Leben.

Goldwasser – der Bayern-Krimi zur Heilquelle.

Jetzt lesen!

http://www.amazon.de/Goldwasser-Alpenkrimi-Hans-Peter-Dinesh-Bauer-ebook/dp/B01E7VFI40

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