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20140422_044720141020_1456Unterm weiß-blauen Himmel ist „mordsmäßig“ was los. Das Bayernland würde ohne den beständigen Dauereinsatz der Bullen vom Berg in Gewalt versinken und im Blut ertrinken. Mord und Totschlag wären an der Tagesordnung. Das zumindest suggerieren die zahlreichen Krimi-Serien die in München und im bayrischen Oberland angesiedelt sind. Zwischen Frauentürmen und Zugspitze gehen die Fernseh-Kommissare vor kameratauglicher Kulisse auf Verbrecherjagd. Klassiker wie „Funkstreife Isar 12“ oder die „Seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger“ begründeten bereits in der Nachkriegszeit den Ruf der weiß-blauen Lande als Hochburg des Kapitalverbrechens. In den 70er und 80er Jahren festigte sich der Ruf mit weiteren „kriminellen“ Erfolgsserien made in Bavaria. Topographisch in München und Umgebung verankert waren „Polizeiinspektion 1“, „Derrick“ und „Der Alte“. „Harry hol den Wagen!“ – das ist Kult pur!

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Die filmische Auseinandersetzung mit den ewigen dramaturgischen Konfliktlinien von Gut versus Böse, Recht gegen Unrecht, Ordnungshüter gegen Kriminelle fand und findet ihr Publikum. Gerade das „Dunkle“ und „Böse“ inmitten des Idylls hat seinen speziellen antagonistischen Reiz. „Der Bulle von Tölz“ „Die Rosenheim-Cops“, „München 7“ oder „Hubert & Staller“ – der „künstlerische“ Anspruch mag divergieren, doch das Strickmuster bleibt sich gleich. Zum Schauplatz von Mord und anderen verbrecherischen Aktivitäten werden neben dem typischen „Münchner Milieu“ vorzugsweise die Postkartenpanoramen südlich der Isarmetropole gewählt: sonnige Höhen, königsblaue Seen und malerische Flecken. Die Außenaufnahmen werden denn auch an Originalschauplätzen gedreht – auch wenn es da meistens nicht so genau geht. Wiese ist Wiese, Wald ist Wald.

20141020_1467Die „Dramaturgie“ von Serien wie den „Rosenheim-Cops“ orientiert sich strikt an den gängigen Krimi-Konventionen und hält sich peinlich genau an die bewährten Muster des Genres: „Good Bulle“ und „Bad Bulle“ ermitteln gezwungenermaßen gemeinsam, könnten aber von der Persönlichkeit und vom Naturell her unterschiedlicher nicht sein: hier ein gemütlicher, untersetzter Bayer, dort ein gradliniger, durchtrainierter „Preiß“ – die sich schon deswegen nie so richtig verstehen, weil sie nicht die gleiche Sprache sprechen. Bayrisch und deutsch – das geht eben nie richtig zusammen. Aus diesen Gegensatzpaaren bezieht die Handlung ihren Treibstoff, die Dialoge ihren Charme. Auch die Nebenfiguren bedienen gängige Klischees. Da findet sich der „begriffsstutzige Bulle“, ebenso wie die „geschwätzige Sekretärin“ und der „gewitzte Vertraute“ des Ermittler-Duos.  Und so steht der verwegenen Halunkenhatz nichts mehr im Weg. Und dass der „Böse“ hinter Schloss und Gitter landet – ist sowieso eine „ausgemachte“ Sache.

Dinesh Bauer

Sie sind herzlich eingeladen in meinen Alpen-Krimis zu schmökern. Die Grenzgau-Cops ermitteln natürlich auch im tiefsten Bayernland, dort wo es deftig, urig und mörderisch zugeht.

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