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Niemandsbichl? Sonderbarer Name, aber einen solchen Platz gibt es wirklich. Die „Einöde“ gehört zur Gemeinde Gmund und liegt inmitten von grasgrünen Wiesenhügeln etwas oberhalb des Tegernsees. Das Marterl am Wegrand ist aus Tuffstein gehauen. So wie es früher üblich war, ehe es vor rund 200 Jahren Brauch wurde, hölzerne Wegkreuze mit dem Leiden Christi aufzustellen. Die Form der steinernen Stele und der bis zur Unkenntlichkeit verwitterte Text der Inschrift deuten auf eine Entstehungszeit Anfang bis Mitte des 17. Jahrhunderts. Eine Zeit in der große Not im land vor den Alpen herrschte.

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Es war die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Marodierende Rotten, Wegelagerer, beutegierige Plänkler und allerlei räuberisches Gesindel streiften umher und zogen mit Feuer und Schwert eine Spur der Verwüstung durchs Land. Die „wilden Leut“ plünderten, brandschatzten und mordeten nicht nur – sie verbreiteten auch Seuchen und ansteckende Krankheiten, darunter die todbringende Schwarze Pest unter den eh schon arg gebeutelten Bewohnern des Oberlands.

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Die Not und das Elend des gemeinen Volks waren unbeschreiblich  – dementsprechend groß war die Frömmigkeit. Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Und die Menschen damals glaubten voller Inbrunst an Gott – und flehten um die Gnade des Herrn und den Schutz der heiligen Muttergotes, der Patrona Bavariae, um die Fährnisse jener dunklen Zeiten unbeschadet zu überstehen. Die Weg- und Flurkreuze waren in dieser Zeit deshalb vor allem eines: Sakrale Orte an denen der Wanderer innehielt, um ein Vaterunser oder einen Rosenkranz zu beten und durch die Fürbitte eines Heiligen Gottes Segen zu erlangen.

Dinesh Bauer

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