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20140223_0261Johann Baptist Mayr, der “Wilde Jäger von Gmund” wurde im Jahr 1786 im Weiler Berg im Tal der Rottach geboren – als einer von vier Söhnen. Er schlug die „Beamtenlaufbahn“ ein – und wurde Jagdgehilfe. Seine nüchterne Art und seine Treffsicherheit empfahlen ihn für höhere Aufgaben. Als der erste bayrische König Max Joseph des Ersten anno 1815 in Gmund eine Revierjägerei einrichten ließ, übernahm Mayr die zunächst mit 300 später mit 400 Gulden dotierte Stelle. Sein Revier umspannte in weitem Bogen den nördlichen Teil des Tegernsees.

20140223_0259Bald war Mayr dafür bekannt, dass er “mit eiserner Faust” rigoros durchgriff. Seine harte Hand wurde von seinen Vorgesetzten goutiert. Ja der königliche Revierjäger war ein „Mann“ nach ihrem Geschmack. Für die Wildschützen der Gegend, die ihr karges Brot mit etwas Wildbret zu bereichern trachteten, war er dagegen ein Unhold. Denn der Jäger von Gmund kannte kein Erbarmen. Mayr war ein „eiskalter Hund“, ein Typ wie Clint Eastwood, der nicht lange fackelte und den Finger schnell am Abzug hatte. Einer, der nicht nur das Wild, sondern auch die Wilderer reihenweise zur Strecke brachte. Elf Menschen, darunter auch harmlose Schwammerlsucher und Holzklauber, soll er per „Blattschuss“ ins Jenseits befördert haben.

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Sein jüngstes Opfer der „Menthen Sepp“ war gerade einmal 17 Jahre alt, als ihn Mayer in einer Novembernacht dabei ertappte wie er einen am Wallenburger Kogel frisch gewilderten Hirschen auf einen Schlitten verladen wollte. Der Menthen Sepp beteuerte verzweifelt seine Unschuld. Er habe den Hirsch nicht geschossen, doch Mayr kannte kein Erbarmen mit dem Jüngling. Er ließ ihn in Eiseskälte über Nacht draußen bibbern, um ihn am nächsten Morgen nach Miesbach aufs Gericht zu eskortieren. Als der Menthen-Sepp zu entkommen versuchte, schoss er ihm in den Rücken. Angeblich aus „Versehen“. Vor Gericht wurde er freigesprochen, die Freunde des Toten indes schworen ihm Rache. Und Sie hielten ihren Schwur. In der Jägerschlacht von Grund lockten Sie Mayr und seine Gehilfen in einen Hinterhalt und schlugen mit den Gewehrkolben auf sie ein. Die ganze Geschichte findet ihr in meinem Beitrag „Die Jägerschlacht von Grund“ – siehe Link.20140223_0255

1822 erwarb Mayr das im Jahre 1793 von Metzger Franz Quirin Auracher erbaute, unmittelbar an der Mangfall gelegene Anwesen – das heutige Jagerhaus. Dort lebte Mayr mit seiner Frau. Und dort erlag er am 16. Februar 1834 auch seinen schweren Verletzungen, die ihm die Kameraden des Menten-Sepps zugefügt hatten. Mayr hatte keine Kinder. Seiner Frau erstattete König Ludwig der Erste Gnaden halber die Behandlungskosten für ihren invaliden Mann. Sie erhielt eine Witwenrente von 60 Gulden und verstarb anno 1856. Das Jagerhaus beherbergt heute das Heimatmuseum von Gmund und bewahrt in der original getreu eingerichteten Jagerstuben das Andenken an die grausige Geschichte des „Wilden Jager.“

Dinesh Bauer

https://bergundtotschlag.wordpress.com/2013/04/22/wildwest-in-bayern-showdown-in-grund/

http://jagerhaus-gmund.byseum.de/de/home

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