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Oskar maria

Verbrennt mich! Mit der stoischen Gelassenheit eines bayerischen Buddhas, einem Felsen oder Berg gleich, blieb er unbeirrt. Ein Mannsbild, kein Kraftmeier. Ein Urbayer und doch keiner wie die anderen Trachtenträger. Kein Zinnsoldat, der einen Zollstock verschluckt hat, sondern einer mit Rückgrat. Einer, der sich von niemanden verbiegen ließ. Der sowohl im sowjetischen wie im amerikanischen Exil mit der Krachledernen seiner Wege ging. Einer der zumindest – im literarischen Sinn – unerschrocken und unverzagt zur Selbstverbrennung schritt. Einer wie Oskar Maria Graf. Einer der am Jahrestag des Poetik-Pogroms im Himmel der Bayern schallend lacht. Denn wie den Stahl, so härtet das Feuer das Wort…Bild

Ode an Oskar
Da sitzt er auf einer Bank, vor dem Haus in Berg, in dem er aufwuchs aber nie zu Hause war.

Er ist in die Jahre gekommen – aber noch immer ein gestandenes bayerisches Mannsbild, mit Strickjoppe, Filzhut, Wadlstrümpfen und kurzer Lederhosen.

Er blickt in die Weite, halb beseelt und halb benommen, von dem was seine müde und kurzsichtig gewordenen Altmänneraugen da zu sehen bekommen: das unwirkliche, fast unheimliche Blau des Sees, das frische, von Frühling strotzende Grün des Walds, der Wiesen und Weiden mit dem buntscheckigen Fleckvieh darauf.

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Der Sitzende und Schauende erweckt den Eindruck, als ob ihm schwindelig geworden ist, ob all der Schönheit seiner Heimat, die die seine geblieben und ihm doch nach alle den Jahren des vertrauten Erinnerns so fremd und fern geworden ist.

Und sich doch nicht satt sehen kann an all der verschwenderischen Pracht.

Dinesh BauerBild

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