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„Ein Herz hat ein Jeder!“  „Der Alte steht!“, „Die Pumpe hilft“, „den pack ma Dant!“ – wer jetzt meint, dass solch launige Gespräche bei einem Kardiologen-Kongress belauscht werden können, befindet sich gehörig auf dem Holzweg. Nein Unterhaltungen solch kryptischen Inhalts pflegen gemeinhin an bayerischen Stammtischen geführt zu werden. Wenn vier Leute um den Tisch herum sitzen und mit sichtlich angespannten Mienen ihr Blatt begutachten – dann wird in aller Regel Schafkopf gespielt.Bild

Ein magisches Kartenspiel mit 32 einzelnen „Blättern“: vier Ober in den vier Farben Eichel, Gras, Herz sowie Schellen sind die höchsten Trümpfe. Dahinter reihen sich die Unter ein – und dann kommen die Sauen, die Zehner, die Könige und am Ende der Fahnenstange, die „Nuschen“, die Neuner, Achter und Siebener.

20140712_0924„Schellen sticht!“ „Auf die Blausau!“ „Probieren wir ein Gras Solo!“ Beim Schafkopfen ist Fingerspitzengefühl und spielerische Finesse gefragt. Um ein Spiel zu gewinnen, braucht man 61 Punkte. Doch man braucht mehr als nur gute Karten und einen klugen Kopf. Ein passionierter „Kartler“ weiß den Gegner zu taxieren und abzuschätzen, um die richtige Farbe zu „bringen“ und seinem Partner „in die Karte zu spielen“. Es gehört eine Menge Erfahrung und Intuition dazu, um jemand die „Rufsau“ aus der Hand zu kitzeln und beim „anziehen“ nicht die „Trümpfe zu schinden“. Beim Schafkopf hat es jeder selbst „in der Hand“. Es ist also nur logisch, dass das unorthodoxe Ermittler-Quartett in einem meiner Alpen-Krimis respektvoll „Die Vier Ober“ genannt wird. Bedarf es doch eines gewissen Spürsinn und einer gewissen Chuzpe, den Gegner aus der Hinterhand zu locken und seine Trümpfe zu ziehen – um am Ende selbst einen fetten Stich einzuheimsen.

20140504_0526Echte Schafkopf-Könner zählen die „Augen“ mit, kalkulieren knallhart, um einen fetten Stich einzuheimsen. Schafkopf spielt man bereits seit dem 15. Jahrhundert. Der Name leitet sich nicht von den gleichnamigen, flauschigen „Mäh-maschinen“ ab, sondern von den hölzernen Fassdeckeln, den „Schaffen“ auf denen „gekopft“ wurde. Die ältesten Regelwerke des Bayerischen Schafkopfs datieren aus dem Jahr 1896. 1989 wurden die Spielregeln im Hofbräuhaus zu München – wo sonst? – neu fixiert. Als denn: Wenz den Lenz!

Dinesh Bauer

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