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Dunkel – hell, richtig – falsch, Gott – Teufel. Wir sind es gewohnt in Gegensatzpaaren, in Begrifflichkeiten zu denken, die entweder gut oder böse, links oder rechts, oben oder unten sind. Der Abschied von dem rein dualistischem Schwarzweiß-Denken fällt uns schwer. Denn wir sind es gewohnt, „dual“ zu denken.

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Unter Dualismus verstehen wir philosophische, religiöse, gesellschaftliche Deutungsansätze, um die Welt zu kategorisieren, zu klassifizieren und damit verständlich werden zu lassen. Wir gehen davon aus, dass die Welt durch Logik erklärbar, ihre Erscheinungen durch Physik und Mathematik messbar sind. Um uns existieren demnach voneinander unabhängige Prinzipien, Mächte, Phänomene und Erkenntnismöglichkeiten.

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Diese Instrumente der Welterklärung, wie sie die „ismen“ liefern Katholizismus und Atheismus, Kommunismus und Kapitalismus, Hedonismus und Utilitarismus stehen häufig in einem Antagonismus, einem Gegensatz oder einem Konkurrenzverhältnis zueinander, können aber nach dem asiastischen Denken als Polarität als komplementär zueinander – also wie Yin und Yang – betrachtet und „erkannt“ werden.

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Und natürlich kann der Dualismus bewusst eingesetzt werden, um Kontrastwirkungen zu erzielen und dramaturgische Spannungsbogen zu konstruieren. Ein dualistische Paar von Protagonisten setzt dementsprecehnd auf Kontraste, um Analogien zu bilden.
Und was wäre die Philosophie, die Ethik ohne den Dualismus und die Dialektik, um diesen Gegensatz gedanklich zu überwinden. So findet sich bei Descartes die Polarität von Materie und Geist, Leib und Seele wieder – wie sie schon in der Antike, in philosopischen Strömungen wie der Gnosis als die „reinen Geists“ und der „unreinen Materie“ ihren Ausdruck fand – Ideen, die sich im Christentum wiederfinden.

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Dualismus, das ist der immer währende Konflikt zwischen den zentralen, bipolaren Begriffen Gut und Böse und die daraus resultierende falsche und richtige Handlungsweise. Dadurch erst lassen sich Tugenden wie Mitgefühl, Hilfsbereitschaft oder Bescheidenheit definieren – denn was wäre die Tugend ohne das entsprechende „Laster“. Gleiches gilt auch für den Begriff der „goldenen Mitte“, wie ließe sich diese festlegen, wenn es keine polaren Extreme gäbe – keinen Süd- und keinen Nordpol und dazwischen den Äquator.

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Der philosophische und religiöse Dualismus findet seine Entsprechung in den Gesetzessystemen, die Regeln für richtiges Handeln aufstellen und kodifizieren. Dabei vermag das „duale System“, je nach Standpunkt und Sichtweise durchaus verschiedene Ausprägungen anzunehmen und antagonistische Antworten zu liefern. Spielen doch die jeweiligen Interessenfaktoren eine bedeutsame Rolle – was in einem politischen, religiösen oder ökonomischen „Glaubenskanon“ ethisch richtig ist kann in einem anderen „Denksystem“ und in dessen Kontext verbrecherisch und verdammenswert sein. Nehmen wir nur die Weltbilder und Kosmogonien indigner Völker wie der Maya, deren zyklisches Weltbild auf ganz anderen Denkweisen, Normen und Lebsnwelten basierten.

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Wir sollten also extrem vorsichtig sein. Die absolute Wahrheit und die damit einhergehenden „großen“ Werte wie Freiheit, Individualität, Gerechtigkeit – wir werden sie in einer dualen Welt nur einen „Schein“ davon vorfinden.

Dinesh Bauer

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