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Und es ward Licht – wie am Anfang war das Feuer. Licht und Feuer boten sich schon aufgrund des dualistischen Prinzips von Licht und Dunkelheit, von Himmel und Hölle seit Urzeiten als religiöse Symbole an. Das zeigen die zahlreichen Lichtriten – nicht nur im Christentum. Die Weihe von Votivkerzen, die feierlichen Lichtmessen hatten ihrem Ursprung nach, einen atropäischen, sprich die bösen Geister abwehrenden Charakter.

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Und zwar ganz konkret, war doch die Gefahr von Feuersbrünsten und verheerenden Brandkatastrophen in der Antike und im Mittelalter allgegenwärtig. Den flammenden Dämon galt es zu bändigen, indem man vor den Heiligenfiguren ein Lichtopfer in Form von Votivkerzen aufstellte und dazu – zumindest in Bayern – den frommen Wunsch aussprach „O Heiliger Sankt Florian verschon unser Haus, zünd andere an!

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Schon in der Frühzeit des christlichen Glaubens wurden Lampen zu Ehren der Märtyrer entzündet – ein Brauch der seinen Ursprung wohl im römischen und etruskischen Totenkult hat. Im Mittelalter wurde es Brauch die Gräber der Verstorbenen am Allerseelentag, dem 2. November, zu besuchen und das sogenannte Allerseelenlämpchen über Nacht brennen zu lassen. Im Gedenken an unsere Toten, die uns „vorausgegangen“ sind. Ins Schattenreich des Hades, wie die alten Griechen glaubten.

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Im christlichen Sinn versinnbildlicht das Lämpchen das ewige Licht, das den Toten leuchten und ihnen die ewige Ruhe schenken soll. Die Kerze ist ein Symbol für das Leben selbst. Die Kerze brennt herab, das Feuer erlischt. Was bleibt, ist die Hoffnung auf das göttliche Licht, das uns bis in alle Ewigkeit „erleuchtet“.

Dinesh Bauer

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